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BNN Acher- und Bühler Bote vom 2.3.2018 Seite 27

Orden für Ordensmutter

MIT DEM SONDERORDEN würdigte Präsident Stefan Söthe die Verdienste von „Ordensmutter“ Gisela Ziermann um das fastnachtliche Brauchtum. Foto: wv

Bühl (wv). „Ohne ihre Fastnachtsorden wären wir nicht der ‚Nordpol’, der wir sind!“ Solche Anerkennung zollte Stefan Söthe, Präsident der Narren vom Nordpol, Gisela Ziermann, als er sie mit dem Sonderorden auszeichnete, der höchsten Ehrung, die die Narrenvereinigung der nördlichen Kernstadtviertel zu vergeben hat.

Seit 30 Jahren gestalte Gisela Ziermann die Fastnachtsorden der Narren vom Nordpol, zunächst zusammen mit ihrem Ehemann Hermann. Nach dessen frühem Tod im Jahr 2010 habe Gisela Ziermann das Gestalten und Gießen der Orden allein weitergeführt.

„Gisela ist ein Mensch voller Phantasie, hat Witz, Verstand, Humor, Esprit. Kurzum gesagt: Sie ist eine Frau, die jeder mag.“

Die Narren vom Nordpol sind nur einer der Bühler Fastnachtsvereine, die – Kampagne für Kampagne – ihre Bütten-Akteure, Helfer und Gönner mit den charakteristischen Orden aus Gisela Ziermanns Werkstatt belohnen.

In der Fastnacht 2019 waren dies unter anderem die Motiv-Orden „Lammbruck“ für die Schwapla, „Suppen- schüssel“ für die Wassersuppengass, „Narrendaddelbrunnen“ für die Narrhalla, „Rund-Lauf-Speichenrad“ für den Bühler Frauenbund, „55 Jahre Hexenwagen“ für die Bühler Hexen sowie „Robbe im Rettungsring“ für den Nordpol.

BNN Acher- und Bühler Bote vom 2.3.2019 Seite 27

Keine Eiswürfel im Eiswein entdeckt

Narren vom Nordpol feierten eine aufgetaute Kappensitzung im Bürgerhaus Neuer Markt

HEISSE SHOW AUF KALTER SCHOLLE: Die Narren vom Nordpol rissen im Ensemble und in Soli das Narrenvolk immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Ihr Debüt als Zeremonienmeisterin feierte Petra Eirich (ganz links). Foto: wv

Bühl. Heißblütiges Temperament legten Büttenredner bei den Narren vom Nordpol an den Tag. In ihrem Iglu, dem Vierecksaal des Bürgerhauses Neuer Markt, genossen am Schmutzigen Donnerstag Pinguine, Schneehühner, Eisbären und Polarfüchse aus der nördlichen Kernstadt eine aufgetaute Sitzung unterm Motto „’s isch nit zu fasse“.

„Ich grüße euch, das hohe Haus – spendet euch jetzt erst mal selbst Applaus“, hieß Präsident Stefan Söthe die Gäste willkommen. Er moderierte die Sitzung pfiffig gereimt und zügig. In der Heringsbütt jagte ein Vortrag den nächsten. Applaus-Raketen starteten nach fast jedem Beitrag zu Ruhm und Ehre der Akteure. Augenfreundliches Debüt: Petra Eirich geleitete als Zeremonien- meisterin die Aktiven auf die Bühne. Nicht nur mit Walzern, sondern auch mit Schunkelpolkas wartete das bewährte Kappensitzungskammerduo Klaus-Dieter Knopf und Albrecht Müller auf. Die Licht-, Ton- und Filmtechnik managten nicht weniger bewährt Jürgen und Tobias Meier.

Bei „Ober-Rebgeist“ Sigi Stolz durfte das Publikum miterleben, wie er seinen Garten „dekorierte und die Schnecken massakrierte.“ Martin Hettler (Weitenung) kämpfte sich urkomisch mit Einkaufswägele und Sonderangebotsgier durch den Supermarkt. Schildbürgerstreiche kehrten „Putzfrau“ Susi Seiler und „Hausmeister“ Karl-Heinz Krampfert aus den Ecken hervor, wie jenen, als Bauhofmitarbeiter Fahrradständer auf einem Behindertenparkplatz montierten. Süße Miene zum sauren Spiel machte Stefan Söthe, als die beiden ihm den „Sauren Pinguin“ verliehen, weil er we- gen Sitzungskapriolen „im letzten Jahr granatemäßig sauer war“. „Wie kann man nur Gift zum Düngen nehmen? Da sollten sich die hohen Herren schämen“, meinte „WaSuGa-Markgräfin von Baden“ Patricia Hemmer zum PFC-Skandal. Einen entzückenden Tanz – eine Premiere beim Nordpol – steuerte die blutjunge Garde der Hatzenweirer Narren bei, trainiert von Michaela Novogradac-Chromy und Tochter Annalena. Gabi Söthe und Angelika Meier ergötzten bei ihrem „Krach im Treppenhaus“ das Publikum mit herrlich derben Kraftausdrücken. Die Bühlottel der Schwapla sangen in der Besetzung Ingo Anselm, Matthias Herrbrich, Patrick Fensch, Markus Ernst, Thomas Hoerth und Norbert Baumann witzige Bühler Fastnachtshits.

„Auf der Straß’, in der Gass’, hammer Spaß“ sangen die Bühler Quetscheteufel in ihrem von Cordula Grün inspirierten „Wir feiern Fastnacht in Bühl“. Bettina Krampfert zeigte sich in der Bewerbung zur „Weinkönigin des Nordpol“ als Expertin, als sie bei der Eisweinprobe keine Eiswürfel im Glas fand. „Guck ä mol“ Ingo Anselm (Schwapla) forderte ein weiteres Einweihungsfest für den Narrenbrunnen bei Nacht, damit man ihn nebeln, spritzen und leuchten sehen kann. Anhand von selbst entworfenen Rätselplakaten animierte Gabi Söthe, assistiert von Petra Eirich, das Volk zum lustigen Musikraten, klar: „Cordula Grün“ landete auf Platz eins der „Nordpol-Hitparade“. Stefan Söthe, der das Tapezieren à la „Selbst ist der Mann“ karikierte, erinnerte auch an seine Ju- gend, in der ihm die Frauen nachgelaufen seien, doch: „Seit ich den Handtaschenraub nicht mehr betreibe, bleiben mir die Weiber jetzt vom Leibe!“ Noch vor Mitternacht brachen die Nordpolianer in finalen Jubel aus.

BNN Acher- und Bühler Bote vom 26.2.2019 Seite 20

Kappensitzung der Narren vom Nordpol

Bühl (wv). Die „Narren vom Nordpol“ gehen am Donnerstag, 28. Februar, um 19.31 Uhr mit dem Motto „’s isch nit zu fasse“ in ihre Kappensitzung. Im vierten Jahr dient der Vierecksaal des Bürger- hauses Neuer Markt den Narren der nördlichen Kernstadt als Fastnachtsiglu – und nicht nur die Eingeborenen aus der Bühler City sind zur eintrittsfreien Sitzung willkommen.

Präsident Stefan Söthe schwingt als Sitzungskapitän die Glocke und kesse Reden, mit Karl-Heinz Krampfert und Martin Baumann als Crew. An Söthes Seite moderiert Susi Seiler als erste Steuerfrau die Sitzung mit. Weitere Premieren am laufenden Band: Petra Eirich hat als neue Zeremonienmeisterin die Stabführung. Erstmals wirkt die Tanzgarde der Hatzenweierer Narren mit. Erstmals tritt das Duo „Karl-Heinz und Susi“ auf. Erstmals steigt ein Überraschungsgast von „iwwer de Schiene“ in die Bütt und erstmals darf „Bettina, der Weinkönigin vom Nordpol“ gehuldigt werden.

Weitere bewährte eigene Talente wollen zum Lustigsein animieren, Angelika und Gabi mit ihrem „Krach im Treppenhaus“ und Stefan der „Wasserbettler“ mit Neuigkeiten aus dem wilden Norden. Gaststars aus befreundeten Regionen wollen die Sitzung bereichern: Sigi vom Rebgeister-Land, Markgräfin Patricia aus Wasuganien, Ingo Gugg-Emol und die Bühlottel aus Schwaplanien.

BNN Acher- und Bühler Bote vom 21.2.2019 Seite 23

Doppelspitze debütierte humorkräftig

Kappensitzung der Wassersuppengass von Patricia Hemmer und Hans-Jürgen Kintz geleitet

HOHER BESUCH IN DER KAPPENSITZUNG DER WASSERSUPPENGASS: Die „Markgräfin von Baden“, Patricia Hemmer, scheute sich nicht, tief in die Niederungen der modernen Zeiten hinab zu steigen – bis unter die Grasnarbe zum PFC-Skandal. Foto: wv

Bühl (wv). Eine humorkräftige Doppelspitze schickte die Wassersuppengass erstmals ins Rennen: Patricia Hemmer und Hans-Jürgen Kintz managten und leiteten die Kappensitzung der Bürgervereinigung des Stadtviertels um die Bühlertalstraße. Die WaSuGa-Fastnacht im voll besetzten Kaiser-Saal erhielt besondere Würze dadurch, dass sich Büttenredner und Publikum Pointen auch gegenseitig zuwarfen.

Eine Sitzungsband mit mehr Expertise ist nicht vorstellbar: Klaus-Dieter Knopf (Handharmonika) und Albrecht Müller (Schlagzeug), Oldies, but Goldies, garnierten die Sitzung effektvoll mit Schunkelbarem. Die Büttensprüche kamen dank des Gehirnschmalzes der Redner und der Tonmeisterkunst von Thomas Huber verständlich zu Ohren.

Im Debüt des Präsidiums schaffte es Patricia Hemmer mit energisch geschellter WaSuGa-Schell und noch energischerer Stimme, auch heftigstes Publikumsgebrätsch in Aufmerksamkeit umzupolen. Der Gag sei erlaubt, weil er stimmt: Hans-Jürgen Kintz agierte knitz. Er war immer wieder für Sinnsprüche wie diesen gut: „Humor ist eine wahre Tugend. Wer bis ins hohe Alter lacht, stirbt nicht in früher Jugend.“ Das passte gut zum Motto „Mir Wassersuppegässler, mir sind zäh. Des kinne na hit Obend seh“ und zu Gerda Kohler aus dem Hänferdorf. Diese dürfte wohl die erfahrenste aktive Büttenrednerin Bühls sein. 88 Jahre jung, verkündete sie mit Schwung: „Ich bin jetzt aller Männer Schwarm, denn ich war auf der Schönheitsfarm!“

„Rebgeist“ Sigi Stolz ließ als Hobbygärtner das amüsierte Volk an seinem Heldentod beim Entfernen von Zecken Anteil nehmen: „Das Blut fließt in Strömen. Ein Hoch auf den Garten, den bunten, den schönen.“ Einen ausgiebigen Kurs in „Gesichts-Joga“ gab Bettina Krampfert, unterstützt von Ehemann Karl-Heinz (Narren vom Nordpol). Stirnfalten kämen vom Denken, meinte sie und fragte ins Publikum: „Unserem OB sei Stirn isch glatt. Ob der nix zum Denke hat?“

Prächtig kostümiert gab sich die „Markgräfin von Baden“ Patricia Hemmer die Ehre. Sie nahm Themen von PFC-Skandal bis Altenpflege-Notstand kritisch aufs Korn, mit dem Kehrvers: „Contenance, Contenance, wer kocht euch im Altersheim Schnitzel mit Soß?“ Die „Schwapla-Bühlottel“, Matthias Herrbrich, Patrick Fensch, Thomas Hoerth, Ingo Anselm und Markus Ernst, animierten mit alten und neuen Bühler Fastnachtshits zum Mitsingen. Als „Honigbären“ breiteten Ingo Anselm und Matthias Herrbrich unfreiwillige Narreteien bekannter Bühler und Bühlerinnen ergötzlich aus.

Gäste aus Ottersweier, „Marktfrau“ Bianca Linz und „Kundin“ Marianne Riebold, servierten „Scharfe Gemüse“, schauspielten rettichscharf, verliehen dem Lauch Sexappeal, ließen nicht nur Tomaten erröten. Sie ernteten ebenso Beifallsstürme wie Lothar Vollmer (Weitenung), der sich als Mann empfahl, also als Experte für „wissenschaftliches Bilderuffhänge“ und „Mobiliar ruinieren-des Hausmaus-Jagen“. Riesendurcheinander in Wohnungen und anderswo besangen „die Hänferdörfler“ Rüdiger Schmitt und Reimund Laut, aber Aufräumen sei nicht nötig, sogar völlig falsch, denn: „Alles ist im Feng Shui.“

In die Rolle seiner „Tante Elsa“ transvestierte Hans-Jürgen Kintz. Er legte klar und unwidersprochen dar: Die Bühler sind die Krone der Schöpfung. Der OB-Wahlkampf habe bereits begonnen, stellte „Tante Elsa“ fest, denn sie habe beobachtet: Das Stadtoberhaupt biete älteren Damen wie ihr auf dem Kirchplatz Hilfe mit der Gegenleistung an, dass sie ihm im Herbst ihre Stimme gäben.